Shizuoka und Kōbe

Die Sommerferien sind da, die Eltern wieder in Deutschland, meine Arbeiten alle geschrieben und im Wohnheim kaum noch anderen Studenten, weil so gut wie alle über die vorlesungsfreie Zeit nach Hause gefahren sind. Also fahr’ ich doch auch ein bisschen herum und besuche zumindest ein paar der Flecken in Japan, die ich noch nicht gesehen habe. Mit Takumi, einem fußballverrückten Studenten der Surugadai Universität bin ich zunächst auf seine Einladung hin nach Shizuoka gefahren um seine Familie zu besuchen. In den zwei Tagen, die ich dort war haben wir unter Anderem ein Fußballspiel des heimischen Profiteams gegen Yokohama angesehen. Hier ein kleines Video davon, dass ich im denkbar idealsten Moment aufgenommen habe :-bd

Von Shizuoka aus bin ich mit der günstigsten Zugverbindung (2-mal Umsteigen, 6 Stunden :!! ) nach Kōbe gefahren und habe mich dort in einem Kapselhotel einquartiert. Das kann ich hiermit auch auf der “Dinge, die man in Japan mal gemacht haben sollte”-Liste abhacken. An sich eine sehr praktische Angelegenheit, wenn man mit den offensichtlichen Einschränkungen zurecht kommt. Man bekommt außer der eigenen Kapsel mit TV, Radio und Wecker ein kleines Schließfach (in das nicht mal ein Reisetrolli passt) und muss am nächsten Tag bis 11 Uhr das Hotel wieder verlassen haben (selbst, wenn man für mehrere Tage bleibt, da bis 15 Uhr das Reinigungspersonal am Werk ist). Zudem steht ein komfortables Gemeinschaftsbad zur Verfügung, dessen Benutzung auch separat gebucht werden kann, was ganz extreme Sparfüchse dazu ausnutzen, über die Nacht Couch-Crashing auf den Sofas des Gemeinschaftsraums zu betreiben. Ab dem folgenden Tag, bin ich dann mit Saori unterwegs gewesen, einer Studentin der Universität von Ōsaka die ich während ihrem Auslandsjahr in München kennengelernt habe und die in Kōbe wohnt. Zunächst waren wir in Kyōto (eine ehemalige Hauptstadt) und zwar gerade am richtigen Tag, um beim Gozan no Okuribi, einer Feier, die anlässlich des Endes der O-Bon Festzeit stattfindet und bei dem gegen Abend auf den Kyōto umliegenden Hügeln überdimensionale Schriftzeichen entfacht werden.

Am nächsten Tag habe ich am Hafen aus dem Kobe Port Tower die Fotos für das 360° Panorama, was ihr oben seht, gemacht (anklicken, dann wird’s größer ;-) ). Nach einem Besuch im Zentrum dann noch, für eine tolle Aussicht über die Stadt und das Meer, rauf auf den Rokkō-Berg. Am folgenden Abend bin ich von Saoris Mutter zum Kōbe-Rind Yakiniku eingeladen worden. Ich bin ja eigentlich kein Fan von Rindfleisch, aber so etwas berühmtes muss man schließlich mal probiert haben 3:-O . Von gewöhnlichem Rindfleisch hat es eigentlich auch nicht viel, da die Konsistenz episch weich ist und sich im Mund überhaupt nicht wie Fleisch anfühlt, ganz zu schweigen von dem intensiven Geschmack :-bd . Außerdem sieht es Aufgrund der untypischen Fettmaserung und des hohen Fettanteils auch nicht wirklich aus wie ich mir Rindfleisch vorstelle. Nach einem abschließenden Besuch der Burg und des Aquariums von Ōsaka am nächsten Tag, bin ich am Abend um 21 Uhr mit dem Nachtbus von Kōbe los gefahren und am nächsten Vormittag um 9 Uhr in Ikebukuro (Tōkyō) angekommen :(|) .

So long, euer Martin ;-)

Gozan no Okuribi

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3 Responses to “Shizuoka und Kōbe”

  1. Jenny says:

    dieses riesendings, neben dem ihr steht, sieht ganz schön unheimlich aus… ansonsten scheints eine kulinarisch sehr ansprechende zeit in der kansai region gewesen zu sein :)

    • Martin says:

      Jau, niedlich, wa. Das ist das (quasi) Maskottchen vom Aquarium. Den Nickname hab ich jetz leider vergessen ジンベイザメ (甚平鮫, seltsame Namensgebung, evtl. weil die Jinbei-Klamotten manchmal ein ähnliches Muster haben :D). Ich hab mit der Tierbezeichnung natürlich erstmal gar nichts anfangen können und getippt, dass es ein Wal sein könnte. Saori meinte dann es ist auf jeden Fall ne Hai-Art ((サメ). Im Endeffekt war’s dann ein Walhai ;-)

  2. Cammy says:

    Also, ich würde allein wegen dem Kôbe 牛肉 nach Kobe kommen… *sabber…fleeeiiiisch*

    =P

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